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Herzlich willkommen auf meinem Blog. Hier finden Sie regelmäßig spannende Inhalte zu unterschiedlichen Themen rund um Mimikresonanz®, emTrace®, Mentoring etc. – Außerdem veröffentliche ich hilfreiche Verhandlungstipps und nehme Stellung zu aktuellen politischen Themen.

Top Artikel

1. Emotionen – verstehen, benennen, erkennen

Es gibt eine in ihren graduellen Unterschieden und zahlreichen Nuancen sehr große Zahl an mehr oder weniger distinkten Emotionen.

2. Traumräume, Super-Job, neue Kunden – alles Verhandlungssache.

Einer der wichtigsten Regeln der Verhandlungsführung ist, sich im Rahmen einer Verhandlung (auch wenn sie noch so spontan ist) klar zu machen welches Ziel erreicht werden muss und welche Forderungen damit verbunden sind.

3. Warum Feedback in jeder Beziehung so wichtig ist

Googelst du den Suchbegriff “Kritik Beziehung” erhältst du innerhalb von 0,4 Sekunden mehr als 25 Millionen Ergebnisse angezeigt. Ein stolze Zahl – aber ist sie wirklich verwunderlich?

Was interessiert es mich, wenn in China ein Sack Reis um-fällt?

Das Wichtigste auf einen Blick

Übersicht

Wir leben in einer hoch globalisierten Welt. Trotzdem glauben wir oft, es würde uns nicht direkt betreffen, was in China, der Ukraine, Russland oder anderswo auf der Welt passiert. Mag sein, dass es uns als Unternehmer:innen oder Privatverbraucher:innen nicht interessiert, was mit einem Sack Reis in China geschieht – doch wie sieht es aus, wenn es um unsere Lebensmittel, Autos und Arbeitsplätze geht?

Die allermeisten Gebrauchsgegenstände, die aus unserem (Geschäfts-)Alltag nicht mehr wegzudenken sind – wie Handys, Laptops, Autos und Kaffeemaschinen –, funktionieren nur dank eingebauter Mikrochips. Ebenso werden sie für die Verarbeitung nahezu aller Lebensmittel benötigt. Auch für die Maschinen, die unsere Milch abfüllen und unser Mehl verpacken. Ergo: keine Mikrochips, keine Sonntagsbrötchen.

Keine Mikrochips, keine Autos?!

Bedingt durch Chinas langanhaltende Null-Covid-Strategie durften Arbeiter:innen über längere Zeit nicht in die Fabriken, wodurch die Produktion genau dieser Mikrochips monatelang lahmgelegt war. Und das hat Konsequenzen:

Ein Beispiel: Das EU-Parlament hat am 08.06.2022 verkündet, dass ab 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr auf den Markt dürfen. Inzwischen wurde diese Aussage etwas relativiert mit dem Zusatz, dass Verbrennungsmotoren ab dann mit klimafreundlichen synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels, betankt werden müssen. Trotzdem wird genau diese Situation irgendwann kommen (müssen). 

Namhafte Automobilhersteller haben dafür längst Pläne zur Umstellung auf die Herstellung emissionsfreier Neuwagen, können diese aber gerade jetzt nicht in die Praxis umsetzen. Weshalb? Weil auch hierfür (wie soll es anders sein), die Mikrochips aus China fehlen. Denn jeder Prototyp, jede Produktionsmaschine, jedes Werkzeug läuft nur mit Hilfe dieser Mikrochips. Die Zeiten, in denen es uns egal sein kann, wenn in China ein Sack Reis umfällt, sind damit längst vorbei.

Herausforderungen, soweit das Auge reicht…

Auch Christopher Wagner, einer meiner Kunden, hat in seinem Unternehmen durch die Materialknappheit mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Er ist Geschäftsführer des Sondermaschinenbauunternehmens BeWa Automatisierung und beschäftigt rund 40 Mitarbeitende. Sein Unternehmen entwickelt und produziert Sondermaschinen für Kunden aus unterschiedlichen Bereichen wie der Automobilbranche, Verpackungsmittelhersteller, Pharmabranche und der Customer Industrie.

Christopher hat bei mir die MI6 Advanced Negotiaid Ausbildung® sowie die Ausbildung zum Mimikresonanz® Master absolviert. In unterschiedlichen Verhandlungskontexten habe ich ihn begleitet und auch ein spannendes Interview mit ihm über die aktuellen Herausforderungen geführt. 

Diese elende Materialknappheit! 

Die derzeitige Materialknappheit von Aluminium und Stahl, stellt auch Christopher, wie viele Unternehmer:innen, vor massive Herausforderungen. Denn durch die russische Invasion wurde das ukrainische Stahlwerk in Mariupol lahmgelegt, was zur Folge hat, dass wir alle aktuell mit extremen Preisschwankungen von bis zu 60% umgehen müssen. 

Bestellprozesse, Preisentwicklungen und Lieferketten werden unberechenbar. Und diese Unsicherheit wirkt sich natürlich drastisch auf die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten aus, was die Kunden-Lieferantenbeziehung leiden lässt, denn Festlegungen oder gar Zusagen sind nicht mehr möglich. Stattdessen müssen mehr Gespräche und Verhandlungen geführt werden, die von Flexibilität und Kooperation statt Konfrontation gekennzeichnet sind. Denn wir sitzen alle im gleichen Boot.

Alle im gleichen Boot? Schauen wir mal gemeinsam in die aktuelle Auswertung einer Unternehmensbefragung der IHK-Organisation von März 2022. Diese hat ergeben, dass drei Viertel der Industriebetriebe aufgrund der Materialknappheit unter Störungen in der Lieferkette und Logistik leiden und fast 90% unter gestiegenen Preisen für Rohstoffe und Vorleistungen.[1] Ja, wir sitzen alle im gleichen Boot.

Fachkräftemangel oder fehlende Mitarbeiterbindung?

Neben dem Materialmangel, bewegt Christopher aber noch ein weiteres Thema: der Fachkräftemangel. Seine Meinung dazu ist eine sehr spannende. Aus seiner Sicht haben wir in Deutschland weniger mit einem Mangel an Fachkräften zu kämpfen, sondern vielmehr mit den Folgen fehlender Mitarbeiterbindung. 

Er hat in unserem Gespräch darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht nur wichtig ist, wirklich geeignete Mitarbeitende einzustellen, sondern dass Unternehmer:innen sich auch darum bemühen müssen, diese zu halten. Wie? Mit Respekt, Wertschätzung, Vertrauen in die Kompetenzen, Möglichkeiten der Weiterentwicklung (persönlich wie beruflich) und einem harmonischen Betriebsklima, das von Vorangehen und Beteiligung geprägt ist. Die Wirkung: Loyalität, Offenheit gegenüber Neuem, Einbringen statt Dienst nach Vorschrift.

Und was bewegt junge Arbeitnehmende?

Er hat auch festgestellt, dass seine jungen Mitarbeitenden Mitte 30 sich oftmals eher sprunghaft verhalten, weil sie eine ausgewogene Work-Life-Balance deutlich höher gewichten als den Wunsch, viel Geld zu verdienen. Dieser Sprunghaftigkeit wirkt er entgegen, indem er perspektivisch auf ihr Bedürfnis nach mehr Freizeit eingehen wird, beispielsweise mit der Einführung einer 35-Stunden-Woche anstelle von mehr Lohn. 

Ebenfalls werden unterschiedlichste Teambildungsmaßnahmen immer wichtiger, damit sich Arbeitnehmende im Team und im Unternehmen wohlfühlen. 

Ob wir wollen oder nicht, wir befinden uns auf einem Arbeitnehmermarkt, der deutlich zeigt, dass es immer wichtiger wird, sich als Arbeitgeber:in um seine Mitarbeitenden zu bemühen. 

Mitarbeitende, die sich ernstgenommen und wertgeschätzt fühlen, arbeiten nicht nur motivierter und engagierter, sondern wollen auch im Unternehmen bleiben. Um (junge) Menschen halten zu können, reicht es also nicht mehr aus, um das Gehalt, Dienstwagen und Co. zu feilschen. Nein, es geht um Lebensbalance, Sinnhaftigkeit und darum, vom Betroffenen zum Beteiligten zu werden. Dafür ist die Schlüsselkompetenz schlechthin nötig: Professionelle Verhandlungsführung, die den Menschen im Blick hat. So können Krisen gemeinsam gemeistert werden!

Mein Institut unterstützt Sie jederzeit gern auf allen Ebenen der Verhandlungsführung in Verbindung mit einer konstruktiven Verhaltensweise. Unser Anliegen ist es, dass Sie in jeder beruflichen Situation Frau und Herr der Lage sind, damit ein starkes Miteinander entsteht und Herausforderungen sich zu Chancen entwickeln. 

Ich lade Sie ein, sich Inspiration auf den nächsten Seiten meines Seminarkatalogs zu holen. Oder fragen Sie mich nach individuellen und auf Ihre Thematik zugeschnittene Lösungen. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme und wünsche Ihnen bis dahin von Herzen alles Gute.

Ihre Wiebke Marschner


[1] Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine auf die deutsche Wirtschaft. Auswertung einer Unternehmensbefragung der IHK-Organisation im März 2022.