Gründerinnen & Frauen in Führungspositionen

Julia Jäkel, ehemalige CEO von Gruner + Jahr, teilte in einem Gastbeitrag in der Zeit (04/20) ihre Einschätzung: 

„Wie das Virus plötzlich unsere Luft klarer macht und den Himmel blauer, so werden auch unsere wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten offenbarer. Wir Frauen sind so viel weniger weit, als wir es dachten.“

Julia Jäkel

Die Gesellschaft ist weit von einer Parität der Geschlechter entfernt. Männer geben den Ton an. Sie besetzen zu einem deutlich höheren Prozentsatz die Führungspositionen in den Unternehmen, sie sind um ein Vielfaches häufiger Firmengründer, werden nicht umsonst in der Öffentlichkeit als vorherrschend wahrgenommen. Sogar die Sprache in den Medien ist auf sie zugeschnitten. Daran konnte auch das Gendersternchen bis dato nicht viel ändern.


Sind Männer per se die besseren Verhandlungsführer?

Der Gender Pay Gap, also der Einkommensunterschied von Frauen und Männern, lag im Jahr 2020 bei 18 %. Frauen verdienten also pro Stunde im Durchschnitt ein Fünftel weniger als ihre männlichen Kollegen. Es wäre zu einfach, die Ursache hierfür in der unglücklichen Berufswahl der Frauen zu suchen. Vielmehr geht es um die Frage nach dem Verhandlungsgeschick. Frauen verhandeln ihr Gehalt schlichtweg schlechter als ihre männlichen Kollegen. Ihr Mindset ist in den Gesprächen häufig nicht auf Strategie und Ziel ausgerichtet.


Nur 29,5 % der Führungspositionen in Deutschland sind mit Frauen besetzt

Obwohl der Gender Diversity Index 2019 gezeigt hat, dass Unternehmen mit Frauen im Top-Management erfolgreicher sind, wurden laut dem Statistischen Bundesamt im selben Jahr nur 29,4 % der Führungspositionen in Deutschland von Frauen besetzt.


Gender Diversity Index

Der Gender Diversity Index untersuchte die hundert größten börsennotierten Unternehmen mit Blick auf die Gleichstellung in der Unternehmensführung. Das Ergebnis? In Bezug auf die Geschlechtervielfalt schnitten die dreißig fortschrittlichsten Unternehmen durchschnittlich zwei Prozentpunkte besser ab als der Dax.

Ursache dafür ist unter anderem der Blickwinkel auf Fragestellungen, der auf die unterschiedliche Prägung zurückgeht und sich damit auf die jeweiligen Ansprüche, Erfahrungen und Sozialisierungen auswirkt. Die verschiedenen Lebenswirklichkeiten von Männern und Frauen sind ein großes Plus. Sie schaffen Raum für Innovationen und ermöglichen dem Unternehmen, die Erwartungshaltung ihrer potenziellen Kunden:innen zu erfassen.

Trotzdem zeigt sich auch in der medialen Landschaft, dass Frauen seltener als Führungspersönlichkeiten und Unternehmerinnen wahrgenommen werden. Laut einer Erhebung der Unternehmensberatung Finsbury Glover Hering über „Unbewusste Bias in Interviews mit Top-Managerinnen” werden beispielsweise nur etwa 13 % der untersuchten 600 Interviews mit weiblichen Führungskräften geführt.


87 % der Frauen mit Klischees belastet 

In diesem weit geringeren Anteil ist es dann auch noch so, dass Frauen überdurchschnittlich oft – nämlich zu 87 % – zu ihrer Privatperson statt zu ihrer unternehmerischen Person gefragt werden oder sich in nahezu hundert Prozent der geführten Interviews mit geschlechtsspezifischen Fragen konfrontiert sahen.

“Herr Müller, Sie haben sicher als kleiner Junge den ganzen Tag mit Spielzeugautos am Rand des Fußballfeldes gesessen. Hat sich damals schon abgezeichnet, dass Sie irgendwann im Vorstand von VW sitzen werden?” klingt doch irgendwie befremdlich. 

Allerdings zucken wir kaum mit der Wimper, wenn Frauen gefragt werden, ob sie sich zwischen Unternehmensgründung und Kind entscheiden mussten. Sind die Evolution und damit das althergebrachte Rollenverständnis dafür verantwortlich, dass sich Frauen immer noch schwertun, sich in den Unternehmen ganz oben zu behaupten? 

Sind es die klassischen Parameter wie Schwangerschaft und Kindererziehung, die Frauen in jene Rolle drängen, in der sie sich bis heute (nicht) befinden? Ich wage zu behaupten, dass dies lediglich der Blick von außen ist. Vielmehr geht es doch darum, wie sich Frauen verkaufen bzw. wie sie verhandeln, wie sie in der von Männern geprägten Berufswelt auftreten. Verhandeln ist nicht von Männern gepachtet. Wir Frauen müssen uns einfach nur mehr zutrauen, die Karten auf den Tisch legen, unsere Soft Skills ausspielen, dann können wir das genauso gut. 


Beispiele erfolgreiche Gründerinnen und Unternehmerinnen

Beispiele für erfolgreiche Gründerinnen und Führungspersönlichkeiten gibt es ausreichend:

Tina Müller (CEO Douglas Group), Delia Lachance (Gründerin von Westwing) oder Franzi Kühne (Gründerin der digital Agentur TLGG) – um nur ein paar zu nennen –, stellvertretend für all jene Frauen, die sich als Gründerinnen und Führungspersönlichkeiten bewiesen haben. 

Als Frau in einer Branche, die von Männern deutlich dominiert wird, kenne ich selbst die Hürden, die einen auf der Karriereleiter begleiten. Da begegnet einem gern mal ein starker Gegenwind. Den heißt es dann gekonnt mit klarer Positionierung, zielgerichtetem Mindset und nicht zuletzt mit Charme zu beruhigen. Es braucht schlichtweg die erforderlichen Tools. Und diese sind jederzeit erlernbar.


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Ich freue mich, Ihnen einen Einblick in meinen Werkzeugkasten für erfolgreiches 

Verhandeln geben zu dürfen und wünsche Ihnen eine gute Zeit sowie viel Freude bei allen kommenden Projekten!

Herzlichst
Ihre Wiebke Marschner